Komfortzone: Wie Du trotz Angst den Sprung raus schaffst!

Am Rand seiner Komfortzone zu stehen, kann ganz schön ungemütlich sein. Dies zeigte sich mir vor einigen Tagen, als ich in zwei kurz aufeinander folgenden Nächten nach langer Zeit mal wieder intensiv von meinen Ängsten heimgesucht wurde.

Ich hörte meinen Grübler dicht an meinem Ohr sorgenvoll flüsternd fragen: „Was ist, wenn das alles nicht hinhaut wie Du Dir das vorstellst?“

Es folgte mein Panikmacher, der eher eindringlich flüsterte und dessen Stimme mit verzweifelten Kieksern gespickt war: „Du schaffst das nicht! Los, schmeiß alles hin, bevor es zu spät ist und such Dir einen festen Job!!!!.“

Mein Apokalyptiker setzte mit seinem Hang zum Dramatischen das Sahnehäubchen oben drauf. Fast genüsslich zeigte er mir Bilder aus einer Zukunft, die mich finanziell total ruiniert, kraftlos und desillusioniert zeigten. Nicht mehr in der Lage, meine Kinder zu versorgen, auf der Straße lebend und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Eine totale Versagerin!

Kurz: Ich bekam zwei Nächte das volle Programm geliefert!!

Der Tunnel

Diese Zeiten, in denen sich die angstbehafteten Anteile in mir die Klinke in die Hand und alles andere in meinem Leben an die Wand drücken, kenne ich zu gut.

Dann ist Tunnelblick angesagt. Es ist mir dann nicht mehr möglich, das Positive in meinem Leben zu sehen. Oder, noch schlimmer, ich sehe es und es bedeutet mir: NICHTS.

Das Negative – oder das, was ich als negativ bewerte – ist dann so übermächtig und zieht meine volle Aufmerksamkeit auf sich. Alles ist dann dunkel, schwarz, scheiße.

Mein Leben: sinnentleert.

All meine Anstrengungen: umsonst.

Wozu, fragt dann Etwas in mir, wozu all die Mühe? Wieso nicht einfach aufgeben, sich aus allem rausziehen, die Welt sich drehen lassen und sich um nichts mehr kümmern?

Warum sich Gedanken machen, weshalb die Dinge sind wie sie sind? Weshalb dem nachforschen, welche Auswirkungen das auf mich hat und was ich selbst direkt tun kann, um Dinge positiv zu beeinflussen?

Weshalb Wege suchen, wie ich andere am besten unterstützen kann, mit sich und ihrem Leben besser klar zu kommen? Wieder mehr Freude in ihr Leben zu holen? Sich wieder lebendig zu fühlen?

Wen interessiert es schon, was ich zu sagen habe?

Das NICHTS mit besonderer Qualität

Wir alle kennen diese Momente, wenn unsere Dämonen uns heimsuchen.

Sie können wirklich gemein sein. Vorausgesetzt, man schenkt ihnen Glauben.

Früher habe ich ihnen geglaubt. Jedes Wort! Heraus kam dabei blinder Aktionismus. Stillhalten war für mich kaum möglich. Zu überzeugend waren die Argumente dieser meiner Schreckgespenster.

Heute handhabe ich das anders.

Heute halte ich besonders in solchen Momenten die Füße still.

Komfortzone verlassen mit Jana Ritzen . Die GlücksSchmiedin

Viel besser ist es tatsächlich, das Gegenteil von dem zu tun, was man spontan machen wollen würde. Nämlich NICHTS.

Dieses NICHTS hat eine ganz besondere Qualität. Es besteht darin, im Außen eine Pause einzulegen und dem Inneren, den Ängsten, zu lauschen.

Die Kunst des Haltens

Ich trage also z.B. die Angst in mir, dass ich mit meiner Selbständigkeit auf Dauer keinen festen Boden unter die Füße kriege.

Eine berechtigte Sorge, wie ich finde. Ist es für mich ein Grund, meine Entscheidung der Selbständigkeit neu zu überdenken? Nein! Ist es für mich ein Grund näher hinzuschauen, was genau der Auslöser für dieses intensive Auftreten dieser Angst gewesen sein könnte? Absolut!

Der Auslöser könnte ganz vielleicht eventuell darin gelegen haben, dass ich in den vergangenen zwei Wochen mehrmals ungefragt zu hören bekam, dass meine Pläne sowieso nicht tragfähig seien, ohne dass sich die jeweiligen Personen näher mit ihnen befasst hätten.

Ich muss zugeben, das drückte meine Stimmung erheblich.

Anstatt mich aber diesem Druck zu beugen, nahm ich ihn einfach nur wahr. Ich nahm dieses kleine Kind in mir, welches sich so abgekanzelt gefühlt hatte, an die Hand und stand ihm bei. Half ihm, dieses Gefühl einfach wahrzunehmen, ohne es zu werten oder los werden zu wollen.

Ich fühlte mich nicht wertgeschätzt, nicht gesehen. Und das war ok. Es ist nicht die Aufgabe dieser Personen, mich und meine Mühen wertzuschätzen und anzuerkennen. Das ist meine Aufgabe.

Nachdem ich diesem Gefühl eine Weile Platz ließ, kam mir plötzlich ein Gedanke, der mir erlaubte, den Situationen etwas abzugewinnen: Das Leben hatte mir Personen gesandt, die mich durch ihre Aussagen zwangen, meine Pläne nochmal kritisch zu hinterfragen. Entweder ließ ich mich dadurch von meinen Plänen abbringen oder ich entschloss mich, noch entschiedener dafür zu gehen.

Letzteres war der Fall!

Die Angst als Weggefährte aus der Komfortzone

Aber wenn Dein Entschluss dadurch verstärkt wurde, weshalb dann diese Angst, wirst Du Dich nun vielleicht fragen?

Das hat etwas mit meiner Komfortzone zu tun.

An einem Punkt in meinem Leben angelangt, an dem ich bisher zurückgezogen habe, soll es nun weiter gehen. Der Wille, meine Komfortzone in eine Richtung auszuweiten, die ich bisher tunlichst vermieden habe, ist mittlerweile so fest verankert, dass mein System merkt, dass es mir wirklich ernst damit ist.

Da ich mich auf der anderen Seite dieser Grenze überhaupt nicht auskenne und wir beim Verlassen unserer Komfortzone in der Regel dazu neigen, davon auszugehen, dass wir uns in ein Haifischbecken begeben und uns mit 99%iger Sicherheit der Tod erwartet, schickt mir mein System nun seine besten Wächter in Form meiner Ängste. Diese sollen nun Sorge tragen, dass ich mich mal schön brav innerhalb meiner Grenzen bewegen soll.

Ich denke dieses Mal aber überhaupt nicht daran, „brav“ zu sein. Vielmehr danke ich meinen Ängsten, dass sie mich darauf aufmerksam machen, dass ich gerade dabei bin, einen Schritt aus meiner Komfortzone zu machen und mich damit einem Thema stelle, welches mich bisher zurückschrecken ließ.

Meine Angst gibt mir ein Zeichen, achtsam und geduldig mit mir zu sein. Mich langsam voran zu tasten. Nicht zu viel von mir zu verlangen. Ich kenne den Weg nicht und könnte ins Stolpern geraten oder mich verirren. Sie sagt mir aber nicht, dass ich es lassen soll.

Ich lade die Angst ein, mich auf diesem Weg zu begleiten. Gemeinsam mit ihr werde ich diese neue Welt erkunden, meine Komfortzone ein Stück erweitern und mir ein Stückchen mehr Freiraum erobern.

Und falls ich auf den Rand des nächsten Haifischbeckens stoßen sollte, habe ich ja meine Angst dabei. Sie wird mich dann wieder warnen, damit ich nicht hineinfalle.

Mit welchem Dämon an der Hand möchtest Du den Schritt aus Deiner Komfortzone wagen?

Hab eine wundervolle Woche!

Herzlichst
Jana

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Titelfoto: Photo by jonathan romain on Unsplash

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