Burnout und Lachen? No way!

Mit Burnies ist nicht zu spaßen

Ich war am Ende. Für Spaß und Humor war kein Platz. Kaum zu glauben, doch ich hatte tatsächlich mal eine Phase in meinem Leben, in der ich verbissen meine Lippen aufeinander presste, wenn andere lachten. In dieser Phase steckte ich tief in meinem Burnout.

Es war eine Zeit, in der ich mich von meinen inneren Antreibern knechten ließ. Es war eine sehr humorbefreite Zeit.

Zu viel hatte ich damit zu tun, mich selbst fertig zu machen. Mein Fokus lag vorwiegend auf all den Punkten, die ich noch besser machen könnte. Um eine bessere Tänzerin, eine bessere Tochter, eine bessere Freundin, kurz: Um ein besserer und damit liebenswerter Mensch zu sein.

Ich fühlte mich wie ein Fake!

Dass ich gute Rollen bekam, vom Publikum gemocht wurde und durch die Bank gute bis sehr gute Kritik erhielt, war ja alles schön und gut. Aber meine Technik….

Dass ich tolle Freunde hatte, die meine Macken akzeptierten und immer das Gute in mir sahen – ich fühlte mich ihrer nicht wert.

Ich fühlte mich wie ein Fake!

Meine Ansprüche an mich selbst waren so hoch, dass es mir einfach nicht in den Kopf wollte, wie jemand in mir eine gute Tänzerin oder einen liebenswerten Menschen sehen konnte.

Was mich antrieb war die Angst, irgendwann könnte jemand dahinter kommen, dass ich eigentlich gar nicht so gut war. Völlig absurd.

Sich mit seiner Arbeit noch öffentlicher zu präsentieren als mehrmals im Monat auf der Bühne zu stehen ist eigentlich kaum möglich. Und vor seinen Freunden – mal ehrlich – welchem guten Freund entgeht schon Deine Macken?

Lachen hätte mir gut getan!

In dieser Zeit hätte es mir gut getan, öfter mal zu lachen. Es hätte mir ermöglicht, Pause von mir selbst zu machen. Abstand zu meinen inneren Antreibern zu bekommen. Vielleicht wäre mir diese Absurdität dann aufgefallen.

Auf jeden Fall aber hätte es mir nicht geschadet, über mich selbst zu lachen. Mich selbst nicht zu ernst zu nehmen.

Wäre Lachyoga damals eine Option für mich gewesen? Ganz klar Nein!

Druckverband statt Heilung

Burnout ist das Produkt am Ende einer Kette von kurzsichtigen Entscheidungen, die Betroffene mehr oder weniger bewusst getroffen haben.

Mehr, weil die Entscheidungen bewusst getroffen werden, weniger, weil sich der Betroffene die Konsequenzen seiner Entscheidung bewusst gemacht hat.

Wenn Du Dich in der Burnout-Schleife befindest, fehlt Dir der Abstand zu Dir selbst. Dir ist die Fähigkeit abhanden gekommen, weitsichtig zu denken und zu handeln. Dich rauszuzoomen aus Deiner aktuellen Situation. Die Vogel-Perspektive anzunehmen.

Anstatt das Problem an der Wurzel zu packen, legst Du einen Druckverband an.

Du befindest Dich in einer verzweifelten Situation und benötigst Hilfe. Deine Antreiber erlauben Dir aber weder um Hilfe zu bitten noch Hilfe anzunehmen.

Sie wissen es besser: Du musst Dich einfach noch mehr anstrengen, noch besser in was auch immer werden. Dann, ja dann wird es Dir bald schon wieder besser gehen.

Leichtigkeit ist im Burnout nicht erwünscht!

Du merkst schon, hier kommst Du mit Lachen, Spaß und Leichtigkeit nicht gegen an.

Als Lachyogi kannst Du manchmal ganz schon verzweifeln angesichts dieses krampfhaften Festhaltens an diesen selbstzerstörerischen Verhaltensweisen.

Aber aus Sicht eines Akut-Burnies bist Du der Zerstörer. Du kommst daher mit Deinem Lachyoga und erzählst ihm, dass er all das, was er sich so mühsam und unter vielen Repressalien aufgebaut hat, auch mit Spaß und mehr Leichtigkeit hätte erreichen können?

Die Reaktion ist empörte Ablehnung: Nein! Du hast doch keine Ahnung! Mag ja sein, dass das in Deinem Leben so funktioniert, in seinem auf gar keinen Fall!

„Das Leben ist kein Ponyhof!“ und „Man kann sich nicht nur die Rosinen raus picken!“ schallt es Dir da entgegen.

Statisch statt prozessorientiert

Burnies denken in der Regel statisch statt prozessorientiert. Sie streben einen stabilen Zustand von Erfolg, Anerkennung, Zufriedenheit und Gesundheit an.

Kommen sie diesem Ideal an einem Punkt ihres Lebens näher, wollen sie diesen Zustand dauerhaft aufrecht erhalten.

Sie lassen dabei völlig außer Acht, dass das Leben ein Prozess ist und wellenförmig verläuft. Nach jedem Auf kommt ein Ab. Das ist für einen Burnie nicht akzeptabel.

Hier beginnt die oben erwähnte Kette aus kurzsichtigen Entscheidungen, in dem Versuch, das Leben unter Kontrolle zu bringen: Was habe ich getan, bevor es bergab ging? Ok, dann erlaube ich mir dieses Verhalten das nächste Mal nicht mehr!

Du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, dass Spaß und Leichtigkeit mit als erstes an die Kandare genommen wurden.

Mach weiter!

Aber auch, wenn Du bei Burnout Betroffenen auf taube Ohren zu stoßen scheinst, gib nicht auf.

Tief in ihrem Inneren wird etwas aufhorchen. Ganz klein und tief unten zusammenkauernd sitzend wird bei Deinen Ausführungen über Lachyoga, Lachen und Leichtigkeit Etwas in ihnen den Kopf heben und denken: Hab ich doch gewusst, dass es auch anders geht!

Vielleicht wird sich ein Burnie nie in eine Lachyoga-Session begeben. Doch Du hast einen Samen gelegt, aus dem sich eines Tages ein Bewusstsein den Weg an die Oberfläche bahnen wird, dass das Leben dieses Menschen grundlegend verändern kann.

Verschiebe Deinen Fokus

Burnout Betroffene leiden darunter, dass sie den Eindruck haben, in ihrer Not nicht verstanden und nicht ernst genommen zu werden.

Dies ist mit einer der Gründe, weswegen sich viele das Lachen verbieten. Wer lacht, dem geht es gut. Hier zeigt sich das statische Denken ganz deutlich.

Wenn Du mit Burnout Betroffenen über Lachyoga sprichst, verschiebe für Dein Gegenüber Deinen Fokus von „Lachen befreit und macht glücklich“ auf „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“

Verdeutliche, dass es sich bei unserer Befindlichkeit nicht um einen statischen Zustand handelt. Sondern um einen ständigen Prozess auf einer Skala von „Ich könnte Bäume ausreißen“ bis „Ich will sterben“.

Erkenne die Not an

Obwohl ein Burnout Betroffener natürlich den sehnlichsten Wunsch danach hat, wieder befreit und glücklich sein zu wollen, liegt sein vorwiegendes Interesse darin, in seiner Not erkannt und abgeholt zu werden.

Mache ihm bewusst, dass mehrere scheinbar widersprüchliche Gefühle nebeneinander existieren können und dürfen, ohne dass er in seiner Not dabei an Glaubwürdigkeit verliert.

Lachyoga ist im Akutzustand nicht unbedingt das, was einem Burnie weiterhilft.

Aber die Erkenntnis, dass ab und zu mal lachen nicht bedeutet, sich in seiner Not zu verraten, kann sehr hilfreich sein.

Hab eine gute Zeit!

Herzliche Grüße,

Jana

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Photo by Chau Luong on Unsplash

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