Künstliches Lachen: Die 3 häufigsten Gegenargumente

Ist Deins auch dabei?

Künstliches Lachen hat in unserer Gesellschaft einen leicht unmoralischen Touch. Wir assoziieren damit unechtes Verhalten, das Desinteresse verschleiern oder Aufmerksamkeit auf sich ziehen soll.

Weshalb künstliches Lachen in dieser Form überhaupt nichts mit Lachyoga zu tun hat, dem widme ich mich in diesem Beitrag.

Wie in jeder anderen Branche gibt es natürlich auch beim Lachyoga mindestens drei Argumente, die jeder schon mal gehört hat, der Lachyoga anbietet:

  1. Auf Kommando lachen könnte ich nicht!
  2. Ich würde mich total blöd fühlen, wenn ich künstlich lachen soll.
  3. Ich lache genug, da brauch ich nicht zum Lachyoga gehen.

Mit diesen Sätzen ist das kaum begonnene Gespräch über Lachyoga meist dann auch schon wieder beendet.

Da ich weiß, wie skurril Lachyoga auf viele wirkt und ich den ersten Kontakt damit für diese Personen nicht negativ behaften möchte, versuche ich das Thema dann auch nicht weiter aufrecht zu erhalten.

Ich habe nicht vergessen, wie ich selbst vor mittlerweile sieben Jahren auf Lachyoga reagierte. (siehe hierzu meinen Beitrag „Lachyoga für Skeptiker“)

Ein Geständnis

Ich muss trotzdem gestehen – bei allem Verständnis –  dass diese Argumente bei mir das ein oder andere Mal ein Augenrollen hervorrufen.

Ich bemerke dann, wie für einen kurzen Moment die Luft aus mir weicht, ich ein klein wenig in mich zusammensacke, die Augen schließe und den Gedanken „Oh nein, nicht das schon wieder“ wahrnehme.

Keine Angst, das ist wirklich nur für einen ganz winzigen Moment. Ich habe dann nicht das Bedürfnis, mein Gegenüber zu seinem Glück zwingen zu müssen und lasse los.

Und weil ich so gut im Loslassen bin, nutze ich dieses Thema heute, um einen kleinen Beitrag zu verfassen. 😉 😀

Wenn Du also wissen möchtest, was sich in solchen Momenten manchmal in meinem Kopf abspielt, dann lies weiter.

Meine Gedanken und Überlegungen

Zu 1.

Ja, bei Lachyoga lacht man auf „Kommando“. Aber: Keiner hat etwas davon gesagt, dass Dein Lachen echt sein soll.

Lachyogis lachen gewollt. Das heißt, sie entscheiden sich bewusst FÜR das Lachen. Sie wissen, dass ihr Körper ein echtes Lachen von einem gewollten nicht unterscheiden kann.

Wenn unsere Mundwinkel einen bestimmten Winkel im Gesicht erreicht haben, drücken diese auf einen bestimmten Gesichtsnerv, der dem Gehirn signalisiert: „Hey Kumpel, wir sind glücklich! Mach uns mal einen Glückscocktail!“

So kommen wir in den Genuss unserer Glückshormone, was dann meist ein echtes Lachen nach sich zieht.

Zu 2.

In allen für uns neuen Sportarten sehen und fühlen wir uns erstmal ungelenk und gelegentlich auch mal blöd.

Ich unterrichte manchmal noch Ballett. Was denkst Du, wie blöd sich die Leute da manchmal fühlen?

Dieses Gefühl haben sie aber nur, weil sie die Bewegungen noch nicht zu ihren eigenen gemacht haben. Das ist aber kein Grund, es nicht auszuprobieren oder aufzugeben!

Beim Lachen ist es genauso. Lachyoga ist eine Sportart. Und Übung macht bekanntlich den Meister.

Dir stehen so unendlich viele Möglichkeiten zu lachen zur Verfügung. Probier Dich aus und finde heraus, welches Lachen Dein ureigenstes ist!

Intermezzo

Dazu fällt mir gerade eine Anekdote ein. (Wenn Du sie nicht lesen möchtest, spring einfach weiter zur nächsten Überschrift):

Mit Mitte zwanzig tanzte ich in einer modernen Version des „Schwanensee“ die Mutter des Prinzen. Meine Rolle war angelegt als eine intrigante, kontroll- und herrschsüchtige Person, die ständig um ihren Sohn herum war und sein Leben verplante.

Das erste Bild des Abends war ein im Bett liegender schlafender Prinz, der von der wahren, reinen Liebe träumte – visualisiert durch ein Solo des weißen Schwans.

Im Hintergrund standen, zwischen zwei geöffneten Schiebetüren, die Mutter und hinter ihr Rotbart, der Vater von Odile (dem schwarzen Schwan), die den Prinzen gegen seinen Willen heiraten sollte.

Da wir von hinten angestrahlt wurden, nahm das Publikum nur unsere Umrisse war. Und jetzt darfst Du 3x raten, wie ich meine Rolle – im Schatten stehend – dem Publikum vorstellen sollte.

Richtig. Ich sollte boshaft triumphierend lachen.

Einfach so?

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich fühlte, als ich davon erfuhr.

Wie lachen?

Na einfach lachen, Jana!

Ja, aber wie denn?

Es gab so viele Möglichkeiten zu lachen und keiner wollte mir vormachen, wie ich lachen sollte.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als es bei der Bühnenprobe einfach zu machen.

Beim ersten Mal lachte wie eine Hexe, ganz schrill. Das passte überhaupt nicht zur Rolle, sorgte aber für viel Heiterkeit in der Compagnie. Und ich – fühlte mich saublöd!  😀

Ich gab dem Gefühl allerdings nicht allzu viel Gewicht, denn es war etwas passiert, was mir viel wichtiger war.

Mir war bis dahin nicht bewusst gewesen, dass zu so „etwas einfachem“ wie lachen so viel Mut nötig war.

Um einfach so aus dem Stegreif zu lachen, musst Du Dich einen Schritt aus Dir selbst herauswagen. Dich zeigen.

Und ich hatte das geschafft. Das war ein tolles Gefühl!

Danach war ich freier und fand schnell das passende Lachen für meine Rolle.

Liegt in dem Satz „ Ich würde mich total blöd fühlen, wenn ich künstlich lachen soll.“ also eigentlich das Eingeständnis, dass man sich nicht aus sich selbst heraus traut?

Was meinst Du?

Ich würde sagen ja.

Künstliches Lachen ≠ gewolltes Lachen

Um den Bogen zum Anfang zu schlagen: Künstliches Lachen ist nicht das Gleiche wie gewolltes Lachen.

Auch Madan, der Begründer des Lachyogas, verwendet das Wort „künstlich“ nicht mehr, weil es zu Missverständnissen führt.

Im Alltag ist künstliches Lachen – wie bereits erwähnt – sehr negativ belastet. Mir kommt dabei spontan ein Bild von einer völlig überkandidelten Dame, die mit ihrem künstlich aufgesetztem Lachen um Anerkennung buhlt. Für mich nicht erstrebenswert.

Künstliches Lachen ist mit seinem Fokus nach außen gerichtet. Gewolltes Lachen nach innen.

Von Lachtriggern und Lachkonditionierungen

Zu 3.

Es mag sein, dass Du im Alltag viel lachst. Herzlichen Glückwunsch! Das können nicht viele von sich behaupten.

Ich bezweifele allerdings, dass Du es auf 10-20 Minuten anhaltendes Lachen bringst. Doch? Dann brauchst Du wirklich nicht zum Lachyoga gehen. 😀

Davon ausgehend, dass Dein Alltagslachen in der Regel nicht so lange dauert und dieses in der Regel auch nicht grundlos geschieht, lade ich Dich jetzt ein, den Ablauf Deines Alltags-Lachens einmal näher zu betrachten.

Gleich wirst Du einen Witz lesen. STOPP!! Deine Augen bleiben hier, denn Du bekommst noch eine kleine Aufgabe!!!!

Beobachte bitte ganz genau, was in Dir geschieht, bevor Du über den folgenden Witz lachst (falls Du lachst):

Brokkoli: Komisch, ich sehe aus wie ein Baum.

Pilz: Ich sehe aus wie ein Regenschirm.

Walnuss: Wow, ich sehe aus wie ein Gehirn.

Banane: Können wir bitte das Thema wechseln.

Wenn Du jetzt lachst, dann hat dieser Lach-Trigger (der Witz) gerade Deine Lachkonditionierung getroffen.

Was passiert, bevor Du lachst

Schauen wir uns an, was in Dir in Windeseile geschieht, bevor Du lachst (oder schmunzelst):

  1. Du hast Deinen aktuellen Wissens-Schatz gescannt, um den Witz analysieren, die einzelnen Bestandteile in Relation setzen und verstehen zu können.
  2. Nach kurzer Überlegung hast Du entschieden, ob Du das lustig findest/finden sollst.
  3. Du hast überlegt, ob es eine gute Idee ist, dort, wo Du Dich gerade befindest, darüber zu lachen.
  4. Hast Du den Witz gemeinsam mit anderen Menschen gehört oder gelesen, überlegst Du kurz, ob es sich um die „richtigen“ Leute handelt, um über diesen Witz lachen zu können/dürfen. Und wenn ja, gibt es eine Instanz in Dir, die reguliert, wie ausgelassen und wie lange Du dann lachen darfst.
  5. Bevor Du nun Deine Lachbremse löst, überlegst Du zum Schluss noch kurz, ob der Witz auch politisch korrekt ist.

Zusammengefasst: Nachdem Du Deinen aktuellen Wissensstand abgerufen, Gehörtes analysiert und für lustig befunden hast, achtest Du darauf, wo Du Dich gerade mit wem befindest, ob es angemessen wäre, zu lachen und wenn ja, wie laut und wie lange.

Puh! Das klingt extrem anstrengend! Ich hab mal gehört, lachen soll entspannend sein. 😉

Eine Frage: Inwiefern ist DAS kein künstliches Lachen? Ist das noch echt?

Lachyoga polarisiert

Beim Lachyoga entledigst Du Dich all dieser Überlegungen. Lies dazu auch gerne meinen Beitrag über das grundlose Lachen.

Dass Lachyoga so stark polarisiert, zeigt, welch starken Einfluss das Lachen in unserer Gesellschaft und in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen hat.Künstliches Lachen macht glücklich.

Umso erstaunlicher, dass viele dem Lachen einen so geringen Stellenwert beimessen und es so geringschätzig abtun.

Oder vielleicht auch gerade deshalb!?

Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass wir genau die Dinge, über die wir keine Kontrolle und keine Macht haben, bekämpfen, herabsetzen und belächeln.Künstliches Lachen ist etwas anderes als gewolltes Lachen.

Dieses Zitat von Ghandi beinhaltet mein nächstes Thema, über das Du kommenden Donnerstag lesen kannst, wenn Du magst.

Hab eine gute Restwoche und ein genussreiches Wochenende!

Herzlich lachende Grüße sendet Dir

Jana

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Photo by Rian Adi on Unsplash

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