Jana Eva Ritzen Conscious Ballet Coach

Das Ballett und ich

Das Ballett und ich haben eine ganz besondere Beziehung miteinander. Um Dir einen Einblick zu verschaffen,

  • warum ich tue, was ich tue,
  • wie das Conscious Ballet entstanden ist und
  • wozu ich mich heute berufen fühle,

nehme ich Dich gerne mit auf eine Reise durch diese Beziehung. Ich hoffe, Du hast etwas Zeit mitgebracht, denn wir sprechen hier von einer 38-jährigen Freundschaft.

Dir wird auffallen, dass ich vor allem über meine Ausbildungszeit berichte und meine Zeit am Theater sehr straff zusammenfasse. Das liegt daran, dass – wie bei uns allen – meine Ausbildungszeit natürlich sehr prägend war und im Moment einen viel größeren Einfluss darauf hat, warum ich tue was ich tue.

Also, hol Dir eine Tee oder Kaffe und let’s go! … 5,6,7,8 😁

Der Anfang

Als ich etwa 5 Jahre alt war, nahm mich meine Mutter mit in eine Ballettschule, in der sie Unterricht nahm. Wie ich sie da so tanzen sah, dachte ich: “Das will ich auch machen!”

In einer Probestunde für Kinder, in der wir zum Takt in die Hände klatschten und durch die Diagonale hüpften, fühlte ich mich in meinem Vorhaben, Ballett lernen zu wollen, nicht ernst genommen und wollte da nicht wieder hin.

Dieses Gefühl, in meinem Vorhaben, Tänzerin zu werden, nicht ernst genommen zu werden, sollte sich übrigens durch meine gesamte Kindheit und Jugend ziehen.
Und das, obwohl ich mit 9 Jahren an der Staatlichen Ballettakademie Baden-Württemberg, der John-Cranko-Schule in Stuttgart, meine Ausbildung begann und es für mich selbstverständlich war, dafür jeweils eine Stunde Hin- und Rückfahrt in Kauf zu nehmen.

Das Ballett und ich zusammen – jeden Tag!! YEAH!

In meinem 1. Ausbildungsjahr durfte ich 3 x in der Woche ins Training. Ich war überglücklich!! (Es stand uns frei, auch ein 4. Mal die Woche zu kommen, doch meine Mutter ließ mich nicht und ich verfluchte sie dafür 😁).
Ab meinem 2. Ausbildungsjahr ging ich 6 x in der Woche für 2-4 Stunden am Tag trainieren, weswegen ich auf eine weiterführende Schule in Stuttgart ging, die mit der Ballettschule zusammen arbeitete.
Das bedeutete für mich, dass ich ab der 5. Schulklasse morgens um 7h das Haus verließ und abends um 20h nach Hause kam. Die Schularbeiten erledigte ich im Tagesinternat der Ballettschule bzw. im Zug.

Bis ich 12 Jahre alt war, verlief alles hervorragend. Wir hatten liebevolle Lehrerinnen, die uns mit Geduld und einem gelegentlichen Augenzwinkern Ballett lehrten. Eine Lehrerin hatte es mir besonders angetan. Eine hatte eine angeborene pädagogische Ader und setzte sich sehr bei meiner Mutter für mich ein. So konnte ich an den Vorstellungen im Stuttgarter Theater mitwirken und durfte die Ära um Marcia Haydeé, Birgit Keil und Richard Cragun hautnah miterleben. Ich stand sogar mit ihnen gemeinsam auf der Bühne.

Der 1. große Bruch

Der erste große Bruch geschah durch den Wegzug meiner Lieblingslehrerin in die Staaten. Statt ihrer bekamen wir eine Lehrerin aus der damaligen DDR, die an Härte und Gemeinheiten nichts zu wünschen übrig ließ. Sie war die absolute Verkörperung jedes Klischees einer Ballettlehrerin.

Dabei war sie kein schlechter Mensch und meinte es auch nicht böse mit uns. Das konnte ich spüren. Sie hatte einfach nur weitergegeben, was sie selbst gelernt hatte und woran sie glaubte. Die Wunden machte das nicht weniger schmerzhaft.

Rückblickend weiß ich, dass sich hier eines meiner größeren Trauma manifestierte. Über mehre Monate hinweg weinte ich gefühlt in fast jedem Training. Nicht, weil ich einer gezielten Gemeinheit ausgesetzt gewesen war. Ich weinte “einfach so”. Das Training ging los und Jana fing an zu weinen. Ich hörte auch nicht auf zu trainieren. Dafür sah ich keinen Grund. Ich wusste ja auch nicht, woher die Tränen kamen. Nach einigen Monaten hörte das Weinen wieder auf.

Gefühlt würde ich sagen, dass mein System damals “umgebaut” und das Fundament eines sicheren Ortes gelegt hat, an den ich meine Seele und meine Gefühle retten konnte. So war mir das Überleben in einer Umgebung möglich, die mit zunehmendem Alter härter und kälter wurde. Und das nicht ausschließlich in der Ballettschule, sondern im Allgemeinen.

Dieser sichere Seelenort in mir sollte mich später dazu bringen, mit dem Tanzen aufzuhören. Doch ich greife vor.

Stuttgart – Hamburg

Mit 14 nahm meine Mutter mich mit nach Hamburg, wo ich zwei Jahre die Staatliche Ballettschule des Hamburg Ballet besuchte, die John Neumeier Schule. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich nicht gedacht, dass ich mir meine DDR-Lehrerin zurückwünschen würde. Bis ich meine neue Ballettlehrerin erlebte.

Sie hatte ihre Ausbildung ebenfalls in Russland durchlaufen und ihr “iiiiiiiii rrrrasssssss” klingt mir bis heute in den Ohren.
Bei dieser Frau konnte ich keine Liebenswürdigkeit mehr im Leib wahrnehmen. Ich persönlich empfand sie als boshaft. Sie toppte wirklich ALLE Klischees, die über die “bösen” Ballettlehrerinnen kursieren. Doch auch sie gab einfach nur weiter, was sie selbst erlebt hatte und woran sie glaubte.

Ich lernte bei ihr schnell, dass ich mir meine Aufmerksamkeiten im Training erhungern musste. Korrekturen und ein anerkennendes Lächeln erhielt ich bei einem Gewicht unter 50kg. Was für mich mit einer Körpergröße von über 1,70m nicht zu halten war. Glücklicherweise fehlte es mir in dieser Beziehung auch an Ehrgeiz.

Mit dem Ballettschulwechsel von Stuttgart nach Hamburg wurde das erste Mal mein “zu weibliches Hinterteil” ein Thema. Es sei noch nicht bedenklich, doch ich müsse aufpassen. Was bei mir zu meiner ersten Hungerkur führte. Bis dahin wusste ich noch nicht mal, was ich wiege und wieviel Gewicht für eine Jugendliche meines Alters und meiner Größe überhaupt “normal” ist.

Ich sage nicht, dass die Ballettschulen und die – ich muss das jetzt einfach mal so sagen – völlig kranken von Menschen gemachten Anforderungen an den Körper einer Tänzerin alleine dafür verantwortlich sind, dass junge Menschen eine Magersucht oder Ess-Brech-Sucht entwickeln.
Doch sie sind maßgeblich mitverantwortlich dafür, dass diese Veranlagung in diesen jungen Menschen zum Ausbruch kommt.

Ich hatte mich in mir selbst verloren

Diese Lehrerin ging nach einem Jahr und ihr folgte eine liebenswürdige, warmherzige Lehrerin und wundervolle Pädagogin. Für mich leider zu spät.

Das mit 12 Jahren angelegte unterirdische System, dass mir erlaubte, mich in mich selbst zurückzuziehen, war mir vertraute Umgebung geworden. Dort fühlte ich mich sicher. Und auch, wenn ich spürte, dass meine neue Lehrerin es wirklich gut mit uns meinte, auch mit mir, hatte sich ein Teil in mir schon zu tief in mich selbst zurückgezogen und war nicht mehr bereit, hervorzukommen.

Ich hatte mich bereits in mir selbst verloren. Der Bezug zu mir und meinem Leben war verloren. Ich hatte mich innerlich abgemeldet.

Meine Liebe und Begeisterung fürs Ballett und vor allem für das Moderne Ballett schien nicht zu zählen. Mein Talent schien ohne die entsprechende Dürre meines Körpers nichts wert zu sein. Dass es mir nicht egal war, wenn eines der Mädchen weinend den Saal verließ, und ihnen nachging, wurde mir negativ ausgelegt. Ich sei zu sensibel für diese Welt.

Und weißt Du was? Ja, ich bin zu sensibel für eine Welt, in der Menschen glauben, es sei von Vorteil, seine seelischen Schmerzen wegzudrücken und sich eine dicke Haut zuzulegen. Und nur, weil diese Menschen ihre seelischen Schmerzen dann nicht mehr fühlen, bedeutet das nicht, dass ich sie nicht fühlen kann. Das war ein harter Lernprozess, damit umgehen zu lernen.

Doch auch, wenn ich bereit war, viel von mir wegzudrücken, in dem Glauben, dass es mir damit besser gehen würde, weigerte ich mich, mich endgültig zuzuzementieren. In meinem tiefsten Inneren glaubte ich nie daran, dass dieser Weg der richtige sein kann. Auch wenn alle um mich herum das so lebten.

Also meldete ich mich nach der Halbjahresprüfung eigenständig von der Ballettschule ab. Ich hatte es satt, dass mein Wert von meinem Gewicht abzuhängen schien.

Wie ich dann trotzdem noch an der Endjahresprüfung teilnahm und von der Schule flog, kannst Du ganz bald in meinem Blog nachlesen, sobald ich den Artikel überarbeitet habe. (Stand: 01.02.2021)

Orientierungslosigkeit und der Sprung in die Theaterlandschaft

Es folgten Jahre der Orientierungslosigkeit, in denen ich mich ausgiebig der Bulimie hingab. Nun gab es nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnte. Da konnte ich die Zügel schießen lassen. Ich lernte, wie ein ganz normaler Teenager zu leben, sammelte meine ersten Erfahrungen mit Jungs, fing an zu rauchen, brach die Schule ab, zog aus und lernte, mich selbst über Wasser zu halten.

3 Jahre ging das so. Dann wurde ich durch eine Anzeige in der Hamburger Morgenpost auf eine Berufsfachschule für Tanz aufmerksam. Ich meldete mich an, bestand die Aufnahmeprüfung und schloss 3 Jahre später meine Ausbildung ab. Dort lernte ich die viel freiere amerikanische Art zu trainieren kennen (try & error) und hielt bereits 6 Monate vor meiner Abschlussprüfung meinen ersten Vertrag als Gruppentänzerin mit Soloverpflichtung am Landestheater in Kiel in Händen. Das war Anfang 1997. Ich gerade 22 Jahre alt geworden.

Es folgten weitere Verträge als Solistin im Staatstheater Kassel, wo ich von 1999 bis 2001 engagiert war, und im Staatstheater Braunschweig, wo ich von 2001 bis 2010 als Solistin tanzte und heute auch noch mit meinen beiden Kindern lebe. Ich durfte Gastspiele in Polen und China erleben und repräsentierte an mehreren deutschen Tanztreffen die Arbeit unserer Compagnie.

2005 durchlebte ich einen Burnout. So viel zu der vielgehörten Aussage: “Du musst einfach nur Deinem Traumberuf nachgehen, dann bekommst Du auch keinen Burnout!” Das ist ausgemachter BULLSHIT! Sorry, dass ich das in solcher Deutlichkeit sage. Doch Burnout hat absolut nichts mit der beruflichen Ebene zu tun. In ein Burnout gerätst Du, weil bei Dir auf der Beziehungsebene etwas nicht ganz rund läuft. Und zwar in erster Linie in der Beziehung zu Dir selbst.

Ich habe hier 15 Jahre intensivste Selbstforschung betrieben, mich mit vielen Menschen ausgetauscht, meine Klient:innen beobachtet und von ihnen gelernt. Ich habe mich bis an die Wurzel meines ganz persönlichen Traumas vorgearbeitet, gelöst und integriert. Meine Forschungen habe ich diesbezüglich auf ein größeres Feld ausgedehnt, das weit über mein eigenes Familiensystem hinausgeht.

2010 erlebte ich einen Wearout. Dieses ist von einem Burnout äußerlich kaum zu unterscheiden. Das innere Erleben dieser beiden Phänomene dagegen trennen Welten. Auch darüber werde ich in meinem Blog berichten.

Ich musste das Ballett loslassen, um leben zu lernen

Ab 2010 ging eine lange Phase der Aus- und Weiterbildungen los. Vielleicht sei an dieser Stelle betont, dass ich das Ende meiner aktiven Laufbahn als Tänzerin bewusst gewählt hatte. Das war mir immer wichtig, solche Entscheidungen ganz bewusst zu treffen. Diese Entscheidung war bereits gefallen, BEVOR ich ins Wearout gerutscht war.

Mir war nämlich aufgefallen, dass ich meine Gefühle auf die Bühne ausgelagert hatte und mich das zunehmend in meiner persönlichen Entwicklung hemmte und mich am leben hinderte.

Ich spürte förmlich, dass ich an den Punkt kam, an den jede:r Traumaüberlebende irgendwann landet: Wenn Deine Überlebensstrategie sich “plötzlich” gegen Dich wendet und zur Ursache Deiner Probleme wird.

Ich musste das Ballett loslassen, um aus den Katakomben in mir zurück zu mir selbst zu finden. Es war an der Zeit, mich von bereits geschrieben Geschichten, bei denen ich den Ausgang bereits am Anfang kannte, auf das Unbekannte einzulassen.

Das machte mir Riesenangst, weil ich nicht die leiseste Ahnung davon hatte, wie ich das machen sollte. Doch ich spürte auch, dass ich diesen Weg erst finden würde, wenn ich den Weg beschreite.

Der Weg nach dem Tanz

Nachdem ich meine Tanzkarriere beendete, machte ich eine Ausbildung zur Personal Trainerin, begann parallel dazu meine Ausbildung zur Burnout Lotsin und zum Burnout Coach (heute Balance Sensor). Über diese Ausbildung kam ich zum Lachyoga. Ich wurde Lachyoga-Lehrerin und bildete eine zeitlang selbst Lachyogis aus.

Durch meine Arbeit mit meinen Klient:innen kam ich auf die Idee, ich müsste mich eigentlich zur Führungskräfte-Trainerin in Gesundem Führen ausbilden lassen. Denn der Fisch beginnt ja bekanntermaßen immer am Kopf zu stinken. Und wenn ich wirklich etwas bewegen wollte in dieser Welt – und das wollte ich – dann müsste ich ja eine Ebene weiter oben ansetzen.

Gesagt, getan, absolvierte ich eine Ausbildung als Führungskräfte-Trainerin in Gesundem Führen. Gearbeitet habe ich letztendlich dann aber nie in diesem Bereich. So richtig zog es mich da eben doch nicht hin. Zumindest nicht auf diese Art und Weise.

Ich konzipierte stattdessen einen eigenen Führungskräfte-Workshop, der auf Strukturen von Tanz in Gruppen basiert und bei einem Testlauf mit 12 Führungskräften auf totale Begeisterung stieß. Dieser Workshop wartet noch auf seine Zeit. 🤩

Ich absolvierte unzählige Weiterbildungen und Selbsterfahrungsseminare im Bereich Körperarbeit, Gewaltfreie Kommunikation, Positive Psychologie, sogar einen Vorbereitungskurs zur Heilpraktikerin für Psychotherapie absolvierte ich (ohne Prüfung), nahm an einer Ausbildung zur Trance Tanz Presenterin teil, zur Floor Barre Trainerin und und und.

Ich wollte nie Ballettlehrerin werden

Und währenddessen unterrichtete ich immer wieder an privaten Ballettschulen. Direkt nach dem Ende meiner Karriere übernahm ich feste Klassen, die ich nach etwa einem Jahr dann wieder abgab. Ich wollte nie Ballettlehrerin werden. In meiner Vorstellung war mir das zu langweilig.

Ich wollte immer in die Persönlichkeitsentwicklung und fand den Weg zwischen Tanz und Coaching einfach nicht. So stand ich den Ballettschulen gerne als Springerin zur Verfügung, wenn Not an der Frau war.

Ich sprach von Anfang an von Energien, versuchte in Worte zu fassen, was ich selbst fühle und spüre. Ich hab mich und meine Schülerinnen beobachtet und analysiert, um immer besser verstehen und beschreiben zu können, wo genau sie auf der energetischen, mentalen oder emotionalen Ebene ansetzen können, um die Qualität der Bewegung für sich zu verbessern UND sich dabei gut zu fühlen.

Nach und nach ließ ich immer mehr Wissen aus meinen Aus- und Weiterbildungen aus dem Coachingbereich in meinen Unterricht einfließen.

Wie das Conscious Ballet entstand

Vor etwa zwei Jahren dann rief mich das Ballett dann wieder zu sich. Es war Zeit, zurückzukehren.

Ich übernahm wieder eine feste Klasse und etwas später wurde mir noch eine weitere Klasse angeboten. In dieser zweiten Klasse sind überwiegend ältere bis alte Menschen. Und mit ihnen änderte sich alles für mich.

Diese Klasse war so begeistert über meine Art Training zu geben und gab mir so viel Rückmeldungen, dass ich das erste Mal zu glauben begann, dass es ja vielleicht doch was Besonderes ist, was ich da tue. Und dass es ja sehr wohl Menschen gibt, die Interesse haben, auf diese “energetische” Weise unterrichtet zu werden.

Sie ermutigten mich ganz aktiv, meine Prioritäten anders zu setzen. Vor allem eine Teilnehmerin, die früher als Therapeutin arbeitete und sich im Laufe der Zeit zu einer Art Mentorin für mich entwickelte.

Ein neues Projekt entsteht

Und so entstand im Oktober 2020 das Conscious Ballet. Letztendlich handelt es sich um meinen 10 Jahre gehegten Traum, Menschen, die nicht professionell tanzen (wollen), an der Weisheit des Tanzes teilhaben zu lassen. Darüber dachte ich schon nach, als ich noch am Theater arbeitete und bereits wusste, dass ich aufhöre.

Meine Beziehung zum Ballett, soweit ich sie bisher greifen kann, besteht aus einer rückhaltlosen Liebe zu dem, was Ballett ist, und einem Kampf mit dem, wozu Ballett gemacht wird und womit ich in der Ausübung meiner Berufung automatisch konfrontiert war.

Seit ich den Mut fand, meinen Traum in die Tat umzusetzen und daraus das Conscious Ballet entstand, hat sich für mich ein neues Forschungsfeld eröffnet:

Die Rolle von Ballett in unserer Gesellschaft.

Ich werde mich an dieser Stelle zurückhalten (was mir bei diesem Thema echt schwer fällt 😁) und verweise an dieser Stelle auf meinen Blog, auf dem ich mich unter anderem auch mit diesem Thema auseinandersetzen werde.

Ballett wird missbraucht

Nur so viel: Für mich ist Ballett Heimat und Lehrmeister des harmonischen Zusammenspiels von Gefühl und Form, der weiblichen und männlichen Qualitäten in uns.

Und ich sehe Ballett missbraucht als Waffe gegen Mädchen und Frauen sowie gegen Jungen und Männer, die nicht in das Bild einer patriarchalen Gesellschaft passen.

Es dient als Austragungsort eines unerbittlichen Kampfes zwischen Gefühl und Form, indem die Form über das Gefühl erhoben wird. Sowohl bei der Ausführung von Ballett wie auch in der äußerlichen Erscheinung der Ausübenden.

Ich habe 37 Jahre meines Lebens gebraucht, um diesen Unterschied zwischen meiner Liebe zum Ballett, was es ist, und meiner Gefangenschaft in den Wirrnissen des Kampf mit dem, wozu es missbraucht wird, zu erkennen und zu verstehen.

Ich fühle mich gerufen, über diesen Unterschied zu sprechen, zu schreiben und darüber aufzuklären.

Ballett ruft nach Heilung

In Bezug auf Ballett gibt es ein riesiges Feld, das sowohl bei Frauen wie auch bei Männern nach Heilung ruft. Meine Vision ist es, dazu beizutragen, hier Heilung und Entspannung reinzubringen.

Ich will das Bild von Ballett und Ballettausübenden in der allgemeinen Bevölkerung revolutionieren. Es kann nicht sein, dass eine so wertvolle Ressource, die praktisch Jeder/Jedem zur Verfügung steht, nicht genutzt wird, weil sie mit völlig falschen Wertvorstellungen und abstrusen Vorurteilen zubetoniert ist.

Auch ist es mir ein großes Bedürfnis, diese Ambivalenz und teils auch Geringschätzung gegenüber professionellen Tänzer:innen zu erforschen und aufzudecken.

Sowohl Tänzer:innen als auch Menschen ausserhalb der Ballettwelt sind sich häufig gar nicht im Klaren, was für unfassbare und gerade für die Wirtschaft wertvolle Qualitäten Tänzer:innen mitbringen, die sie sich während ihrer Ausbildungszeit und aktiven Tanzlaufbahn aneignen.

Es gibt hier Unzähliges zurechtzurücken. Gleichzeitig gibt es so viel Inspirierendes und Wissenswertes, was wir vom Ballet und vom Tanz für unser Leben und Miteinander lernen und nutzen können, dass es eine Schande wäre, dieses Wissen nicht zu entstauben und einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Und genau dazu möchte ich beitragen: Das Ballett aus seiner verstaubten elitären Ecke herausholen und für jede:n zugänglich machen, der mit ihm in Resonanz geht. Sei es, um alte Wunden zu heilen oder sich einen Traum zu erfüllen. Oder beides.

Es muss nicht immer gleich die Hauptrolle bei John Neumeier sein. Es ist viel mehr wert, die Hauptrolle in Deinem Leben zu tanzen. Und dabei stehe ich Dir gerne zur Seite.